Hack The Box Certified Penetration Testing Specialist (CPTS)

CompTIA PenTest+ OffSec Certified Professional Plus (OSCP+)

Einordnung & Kontext

Der HTB Certified Penetration Testing Specialist (CPTS) ist eine technisch anspruchsvolle, reportbasierte praktische Zertifizierung auf Intermediate-Niveau. Anders als bei CEH oder CompTIA PenTest+ ist der Weg zur Prüfung strikt an einen vorgeschriebenen Lernpfad gebunden: 28 Module in der HTB Academy, die progressiv aufeinander aufbauen und jeweils mit eigenständigen Skill Assessments abschließen. Mit einer von Hack The Box angegebenen durchschnittlichen Lernzeit von rund 342 Stunden zählt der Penetration Tester Job Role Path zu den umfangreichsten öffentlich verfügbaren Ausbildungspfaden für angehende Penetration Tester. Dadurch liegt der Schwerpunkt weniger auf einer kurzfristigen Prüfungsvorbereitung als auf dem systematischen Aufbau praktischer Fähigkeiten. Eine rein theoretische Vorbereitung reicht nicht aus, da die Prüfung nicht isoliertes Wissen abfragt, sondern die praktische Anwendung der im Academy-Path vermittelten Methodik voraussetzt.

Das Assessment bricht bewusst mit künstlichen Prüfungsszenarien: Kandidaten erhalten ein striktes 10-Tages-Fenster, in dem sie eine komplexe Enterprise-Infrastruktur kompromittieren und den finalen Report reinreichen müssen. In dieser Zeit muss eine realistische, mehrstufige Kompromittierung (vom externen Footprinting über initiale Zugänge bis hin zur vollständigen Active-Directory-Übernahme) durchgeführt werden.

Technische Ausrichtung & methodischer Anspruch

Inhaltlich deckt der CPTS ein breites Spektrum ab: Vom externen Footprinting über fortgeschrittenes Active Directory Testing, komplexes Multi-Hop-Pivoting bis hin zum Vulnerability Reporting. Die Prüfung legt einen besonderen Schwerpunkt auf Enumeration Discipline, einen Bereich, der in vielen stärker theoretisch ausgerichteten Zertifizierungen weniger tief behandelt wird. Um zu bestehen, müssen mindestens 85 von 100 Punkten erreicht werden, was in der aktuellen Prüfungsstruktur dem erfolgreichen Erreichen von mindestens 12 der 14 verfügbaren Flags entspricht.

Besonders stark ist die Zertifizierung dort, wo viele Einsteigerprogramme zu oberflächlich bleiben: Kandidaten müssen Angriffspfade selbst herleiten, mehrere Schwachstellen kombinieren und ihren technischen Impact in einem Report erklären. Hack The Box beschreibt CPTS-Inhaber ausdrücklich als Personen, die über bekannte CVEs und öffentliche Exploit Proofs of Concept hinausgehende Angriffswege finden und Schwachstellen verketten können.

Der eigentliche Schwierigkeitsgrad entsteht dabei selten durch einzelne außergewöhnlich komplexe Exploits. Stattdessen müssen Kandidaten große Mengen an Informationen systematisch auswerten, Hypothesen überprüfen und verwerfen sowie Erkenntnisse aus Reconnaissance, Webanwendungen, Active Directory, Privilege Escalation und Pivoting zu einem konsistenten Angriffspfad verknüpfen.

Klassisches Video-Proctoring kommt beim CPTS nicht zum Einsatz. Stattdessen erschweren der mehrtägige Praxisanteil, die individuelle Laborumgebung und der verpflichtende professionelle Report ein oberflächliches Bestehen erheblich. Der eingereichte Report wird anschließend von Hack The Box manuell bewertet. Der Fokus liegt damit auf dem vollständigen Penetration-Testing-Prozess statt auf isolierten Exploitation-Techniken. Methodik, Nachvollziehbarkeit und professionelle Kommunikation werden ebenso bewertet wie die technische Umsetzung. Damit prüft der CPTS nicht ausschließlich die Fähigkeit, Systeme erfolgreich zu kompromittieren, sondern ebenso, die Ergebnisse in der Form zu dokumentieren, wie sie auch in professionellen Kundenprojekten erwartet wird. Der Report muss technische Ergebnisse strukturiert, reproduzierbar und adressatengerecht aufbereiten.

Marktwert

Der CPTS wird zunehmend als direkter Konkurrent zum OSCP wahrgenommen, insbesondere bei jüngeren, technisch versierten Pentestern und in Communities wie Reddit (r/hackthebox). Aufgrund der jungen Marktpräsenz (seit 2022) ist die Anerkennung bei etablierten Hiring Managern in Deutschland und der EU noch nicht auf demselben Niveau wie OSCP – es fehlen belastbare Daten zu Stellenausschreibungen im DACH-Raum, die CPTS explizit listen. Der niedrige Preis wird von der Community teils als Qualitätsmerkmal für „Best Value" gelobt, teils aber auch als Hinweis auf geringeres Prestige im Vergleich zu etablierten, teureren Zertifikaten interpretiert.

International gilt der OSCP weiterhin als "Gold Standard" für HR-Filter. Hack The Box hat zwar eine große globale Community, als formale HR-Anforderung (z.B. in Stellenanzeigen) taucht die CPTS jedoch noch deutlich seltener auf.

In der DACH-Region zeigt sich ein zweigeteiltes Bild. In vielen Stellenausschreibungen und Recruiting-Prozessen dominieren weiterhin OSCP sowie etablierte Zertifizierungen von OffSec oder BSI-nahen Anbietern. CPTS wird bislang deutlich seltener explizit genannt. Technical Leads und Senior Pentester kennen Hack The Box hingegen zunehmend und ordnen die Zertifizierung häufig aufgrund ihrer praktischen Ausrichtung positiv ein. In technischen Communities und unter erfahrenen Pentestern genießt CPTS aufgrund des umfangreichen Curriculums und der Reporting-Anforderungen einen sehr guten Ruf. Einzelne Practitioner bewerten die technische Ausbildung teilweise sogar umfangreicher als die des aktuellen OSCP.

Fazit & Bewertung

Der CPTS gehört zu den methodisch stärkeren praxisorientierten Zertifizierungen im Intermediate Segment. Er bietet ein für das Preissegment außergewöhnlich umfangreiches, praxisnahes Curriculum mit realistischem Enterprise-Netzwerk-Fokus und einer für die Branche ungewöhnlich strengen Reporting-Anforderung. Er prüft nicht nur einzelne Exploitation-Techniken, sondern verbindet Reconnaissance, Enumeration, Web, Active Directory, Pivoting, Privilege Escalation und Reporting in einer zusammenhängenden Prüfungsumgebung. Für angehende Penetration Tester ist insbesondere die Kombination aus mehrtägigem Lab und verpflichtendem Report wertvoll. Dadurch trainiert der CPTS nicht nur technische Einzelkompetenzen, sondern vor allem die Fähigkeit, einen vollständigen Angriff von der Informationsgewinnung bis zur professionellen Dokumentation durchzuführen.

Der CPTS ist jedoch kein vollständiger Ersatz für reale Projekterfahrung. Themen wie Kundenkommunikation, Scope Konflikte, Zeit und Budgetdruck, moderne EDR Umgehung, Cloud Angriffe und operationelle Red Team Planung werden durch die öffentlich dokumentierte Prüfung nicht ausreichend belegt.

Für Personen mit ersten Linux, Windows und Web Grundlagen, die ihre operative Pentest Kompetenz substanziell ausbauen möchten, ist CPTS eine fachlich überzeugende Wahl. Wer primär ein international sofort verständliches HR Signal benötigt, sollte die geringere Bekanntheit gegen etabliertere Zertifizierungen abwägen. Wer gezielt in Richtung Red Team, Cloud oder fortgeschrittenes Active Directory wachsen will, benötigt nach CPTS weitere spezialisierte Praxis.

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Die binsec GmbH ist ein hochspezialisierter Dienstleister für Penetration Testing und der operative Pentesting-Kern der binsec group. Seit 2013 konzentriert sich das Unternehmen ausschließlich auf hochwertige, manuell durchgeführte Penetrationstests (Pentests) und Red-Team-Simulationen. Das Expertenteam verzichtet bewusst auf automatisierte Scans. Die festangestellten, zertifizierten Senior-Pentester liefern tiefgehende Deep-Dive-Analysen für kritische digitale Systeme: von Webanwendungen und APIs über mobile Apps bis hin zu komplexen Netzwerkinfrastrukturen und Cloud-Umgebungen. Als spezialisierter Prüfpartner für stark regulierte Sektoren wie Payment, Banking und Healthcare liefert die binsec GmbH präzise Risikobewertungen und handlungsorientierte Reports zur effektiven Absicherung geschäftskritischer Systeme.

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